Gabriel rudert in der Biospritdiskussion zurück
Bundesumweltminister Siegmar Gabriel tritt derzeit bei der Diskusion um die Beimischung von Bioethanol in den Superkraftstoff (E10) kräftig auf die Bremse. In dem gemeinsamen Morgenmagazin von ARD und ZDF erklärte Gabriel heute (22. Februar), man werde sich Zeit lassen, um zu überprüfen, ob die Beimengung von zehn Prozent Bioethanol zum Treibstoff (E 10) wirklich sinnvoll sei.
Gabriel treiben dabei zwei Sorgen um. Auf der einen Seite die Art der Herstellung Bioalkohols auf der anderen Seite die Frage, welche Motoren den Alkohol vertragen. Er wolle nicht Millionen von Autofahrern in hohe Treibstoffkosten treiben, in dem man sie zwinge, den teueren Super Plus-Treibstoff zu tanken. Außerdem will der Bundesumweltminister sicher sein, dass der Alkohol umweltfreundlich hergestellt wird und dabei nicht landwirtschaftliche Flächen für die Nahrungsmittelproduktion zweckentfremdet werden.
Der Verband der Automobilindustrie (VDA) hatte eine Zahl von 375 000 betroffenen Fahrzeugen genannt. Der ADAC sprach von mehr als einer Million Fahrzeugen, bei denen der Alkohol im Treibstoff den Motor schädigen könne. Noch nicht von allen Importeuren liegen entsprechende Zahlen vor (wir berichteten). Dasselbe gilt nach neuen Erkenntnissen auch für Motorräder.