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Rallye Grand Erg 2012 | Registrieren Sie sich zum schreiben |
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| Autor | Thread |
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| Grobi | Geschrieben am: 22.04.2012 17:34 |
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Rallye Grand Erg 2012 Die Rallye Grand Erg findet dieses Jahr wieder statt!! Vom 21.04. - 03.05.12.
Nachdem letztes Jahr Jörg die Rallye wegen der Sicherheitslage in Nordafrika abgesagt hat, findet sie dieses Jahr wieder reichlich Nennungen. Vielleicht ist ja wieder der ein oder andere hier aus dem Forum dabei. Ich wünsche allen eine tolle Rallye viel Sportsgeist und Spaß im Sand. Kommt alle gesund wieder. http://www.grand-erg.de/public/Rallye+2012_pag_20101018T133119940.aspx |
| Grobi | Geschrieben am: 22.04.2012 17:35 |
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Re: Rallye Grand Erg 2012 Hallo Leute,
ich bekomme jeden Tag den Newsticker per Email geschickt, und werde hier im Fred jeden Abend den aktuellen Stand der Grand Erg mit Text und Bild reinstellen, damit ihr die Rallye verfolgen könnt, und immer up to date seit. Ich hoffe dass es euch interessiert, und wünsche euch viel Spass dabei. |
| Grobi | Geschrieben am: 22.04.2012 17:40 |
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Re: Rallye Grand Erg 2012 So Leute die GE ist voll im Gange und ich hab euch ja versprochen, dass ich hier die Newsletter immer wieder einstellen werde. Ich werde die "Roh-texte" von Jörg direkt hier hin kopieren, natürlich mit Bilder!!
Viel Spass dabei. DER STEINIGE WEG NACH GENUA ... Anfangs lief noch alles glatt: Aufbau der ZK-01 am Hafen von Genua ab 07:00 Uhr im Gange, Abfertigung der Orga-Teams ab 08:00 und Abfertigung der Teilnehmer ab 09:00 Uhr. Dann die erste Hiobsbotschaft: der MAN 6x6 des Orga-Teams Burk steht mit Turbolader-Schaden 130 km vor Genua, also ERSTER EINSATZ FÜR BERGUNG-1, Team Burgard. Nach erfolgreichem Schlepp in den Hafen, dann die halbwegs erlösende Nachricht: der Ersatzturbolader des Teams Britz scheint zu passen, somit gefechtsmässiges Schrauben, während die Carthage einläuft. Die nächsten zwei schlechten Nachrichten, nämlich medizinisch bedingter Ausfall der Teams 402 (Kraut / Essel) und 108 (Holler / Felix) müssen auch noch verkraftet werden und dann geht`s aufs Schiff, welches leicht verspätet um 21:00 Uhr Ortszeit ablegt. Nach erster Fahrerbesprechung und Pass-Aktion noch am Abend folgen weitere Briefings am heutigen Sonntag und wir sehen eine langen Nacht-Fahrt nach Gafsa entgegen ... ... dennoch: die Stimmung im Team stimmt !!! Text/Bilder Jörg Russler sorry aber das mit den Bildern funzt hier im Forum nicht!!!!! Wenn ihr die Bilder sehen wollt, geht oben auf den Link der GE, dann auf Race Magazin 12. Gruss Grobi |
| Grobi | Geschrieben am: 24.04.2012 20:19 |
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Re: Rallye Grand Erg 2012 Weiter geht`s mit Tag zwei und drei.
Hier wieder die orginal Texte. Bilder und Texte auch wieder auf der Homepage der GE. Zwei Stunden wird der Start nach hinten verschoben. Zwei Stunden kostbarer Schlaf für die einen. Zwei Stunden zusätzliche Reparatur-Zeit für die anderen. Um neun bricht der Konvoi quer durch Gafsa in Richtung Chott el Jerid auf, einer der gewaltigsten Salzseen in Nordafrika. Um punkt 12 schießen dann endlich Harald Wurmbrand und Tim Krause als erste in ihrem Discovery durch den Sand. Doch nach nicht einmal zehn Minuten macht die Spezial-Etappe ihrem Namen alle Ehre. Kurz nach dem Start der ersten wirklichen Rallye-Etappe,als die Teilnehmer gerade ihren aufwändig vorbereiteten Lieblingen das erste Mal auf der breiten, ebenen Piste die Sporen geben können, wartet ein heimtückischer Sumpf auf blechernes Fressen. Und davon bekommt er in den nächsten Minuten reichlich. Einer nach dem anderen unterschätzt die weiße Kruste der Wüste und sackt hoffnungslos im Schlamm ein. Erst gestern hatte es hier noch geregnet. Jetzt entkommen nur etwa die Hälfte der fast 30 Teams der bösen Falle. Der Rest klebt fest. Selbst Hilfsbereitschaft bestraft der Morast gnadenlos. So verschlingt er sogar Walter Schneider und Chistof Brass im Unimog bis über beide Räder. Sie wollten das Tarzan-Team von Erwin Müller und Heinz Hofstätter retten. Ganz hart trifft es Ina Klaumann und Michael Oswald. Bei der Einfahrt ins Feuchtgebiet verabschiedet sich der Kühler ihres Jeeps samt Lüfterrad. Für sie geht es am Seil zum nächsten Quartier in Douz. Doch sie sind nicht die einzigen, die heute Anspruch auf Hilfe stellen, und damit natürlich Strafzeiten kassieren. Beide Bergewagen haben schon am zweiten Tag in Tunesien alle Hände voll zu tun, fahren sich selbst immer wieder fest. Zieleinfahrt bei Sonnenschein? Von wegen! Dieser Tag wird lang. Text Jörg Russler Zitrone und Goldmedallie :biggrin: Wagen läuft – Team läuft Die Teams waren heiß auf die Etappe, manche allerdings zu hitzig. Denn am Ende hatten zum Auftakt nicht die erfolgsgewohnten Fahrer die Wertung in trockenen Tüchern, sondern das Vater/Sohn-Team Kastner /Kastner. „Schön wars“, der trockene Kommentar von Fahrer Georg Kastner jun. zum Tagessieg. Auch die Schlammschlacht der Kollegen ließ die Österreicher unbeeindruckt. „Wir sind dran vorbeigefahren, es war kein Problem. Die Strecke war flott zu fahren. Nur der Motor macht Probleme.“ Mit einem breiten Grinsen jagte Geburtstagskind Harry Wurmbrand als Zweiter durchs Ziel. „Piste war super, Sand war super, wir haben uns zwar zweimal vernavigiert, doch alle wieder eingeholt.“ Sich an der Schlammparty zu beteiligen konnten sich die Rallyefüchse dann gerade noch verkneifen - versunken sind „wir nicht so tief, aber wir haben es auch fast geschafft und total reinzusuddeln“. Platz drei ging an völlig entspannte Schwaben. Ihre Taktik kein Geheimnis: „Wir lassen es jetzt langsam angehen, damit wir nicht direkt am Anfang das Auto kaputtfahren“, verrät Fahrer Martin Kern. Glückwunsch, alles richtig gemacht. „Ja super, sehr gut gelaufen. Wir sind zwar auch in den Sandmorrast gekommen, wo die drei Andernen schon drinsteckten, aber wir haben es mit schlittern und ausbrechen zum Gück durchgeschafft,“ so Navigator Martin Geis. Die Goldmedaille verlieh Russler auf dieser Etappe dem LKW-Team Briz/Briz für außerordentliche Lernfähigkeit. 2010 waren sie im Salzsee noch versunken, dieses Mal glitt der LKW durch, ließen zahlreiche Spitzenteams hinter sich und rasten als achtes Team durch die Zeitschranke. „Heute hat's gut geklappt, nix kaputtgemacht und nur zwei Mal verfahren“, strahlte Jutta Btritz mit Blick aufs gute Ergebnis. Die Zitrone des Tages geht an Christian Mühlbach und Thomas Bergler. Sie hatte Orgachef Russler durchaus als Mit-Aspiranten um den Gesamtsieg auf der Rechnung. Doch schon 1 km nach dem Start war Schluss mit lustig. Die Drehstabaufnahme war gebrochen und das Fahrzeug humpelte nach Douze. An einen Platz auf dem Podest ist wohl nicht mehr zu denken, nachdem das Team durch die verpassten Kontrollen und Zeitnahmen saftige Strafzeiten kassierten. Gruß Grobi |
| Grobi | Geschrieben am: 25.04.2012 19:05 |
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Re: Rallye Grand Erg 2012 Tag 3.
Dass heute mehr geschüttelt als gerührt wird, merken die Teams schon kurz hinter Douz. Die schnelle Schotterpiste gen Süden ist nicht nur für Fahrwerk und Maschine eine echte Belastungsprobe. Auch die Insassen dürften das ständige Scheppern und Zittern so schnell nicht loswerden. Müssen die Geländewagen hin und wieder für tiefe, ausgewaschene Querrinnen noch Abbremsen, können die LKW mit ihren Monsterreifen einfach drüberbügeln. Das kommt Ralf Britz gerade Recht. Sein schwarzes Ungeheuer, der 8x8-MAN schwebt förmlich mit tiefem Grummeln über die Piste, überholt dabei sogar einige Defender. Die dürften sich über die immer häufiger werdenden Sandkissen freuen, die hier über die Steinebene wachsen. Sie markieren den Wüstenrand. Der weiche Untergrund wirkt beim Drüberrollen wie ein Samtkissen. Drauf, kurz verschnaufen und wieder auf die brettharte Schmetterbahn. Noch freut man sich über den Sand. Doch gleich gibt es ihn zu Hauf. Schon wenige Kilometer nach der fünften Durchfahrtskontrolle, die sich an einem Abzweig hinter einer kleinen Düne versteckt hat, geht es in das gelbe Sandmeer. Martin Kern in seinem Defender klettert als erster über die Kuppen. Doch auch die Kastners in ihrem Toyota HZJ halten mit. Jetzt zählt nur die Erfahrung. Schräg hinauf. Viel Gas. Langsam wieder runter. Rauf und Runter. Rauf und Runter. Wie die Navigationspunkte angefahren werden, entscheidet jetzt jeder selbst. So kämpft sich der Rallyekorso bei sängender Hitze kreuz und quer durch die endlosen Wellen. Der Sand endet erst im Camp Zmela, wo auf alle Beteiligten ein zünftiges Abendessen wartet. Endlich Schatten. Darüber dürfen sich als erstes.... freuen. Clevere Wüstenfüchste Für die von „Russi“ geplante Außenübernachtung hat sich Keines der gestarteten Teams entschieden. Allerdings kamen nicht alle in der Wertungszeit bis ins Ziel. Die Richtzeit setzten Kern/ Greis. Schon am Vortag waren sie sich mit ihrem Defender 90 in die Spitzengruppe gefahren. Für Platz eins hatten sie sich „die nicht steckenbleiben Strategie“ zurechtgelegt. Fahrer Martin Kern fand es zwar „heiß und sandig und die Strecken waren schon sehr anspruchsvoll.“ Aber für die nächsten Tage ist noch Luft nach oben, denn „wir haben sicher noch nicht die perfekte Linie gefahren.“ Platz zwei ging an das Team Seip, dass im Landrover auch ohne Schäden und Sandschaufeln durchkam: “Es war sehr anstrengend, hohe Dünen aber das Auto hat gehalten“, so Alexandra Seip. Völlig überrascht war Fahrer Olaf, von der guten Platzierung: „Wir dachten wir sind Siebte oder Achte, weil wir noch bei einem Teamkollegen repariert hatten und die sind dann alle an uns vorbeigefahren.“ Von wegen, denn als Nächste rasten schon die Teamkollegen durch die Zeitschranke. Deren Problem war „der Stoßdämpfer ist abgerissen, den mussten wir reparieren“, so Holger Grabatsch. Ansonsten ein super Tag. „Die Dünen waren heftig, aber ich habe eine Wüstenfuchs als Fahrer. Unsere Strategie war heute - geschickt navigieren und clever fahren - genau das haben wir gemacht.“ |
| Grobi | Geschrieben am: 27.04.2012 18:06 |
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Re: Rallye Grand Erg 2012 Sanddesaster
Tag 4: Mittwoch, 25. April 2012, Tembaine, Außencamp am Grand Erg. 21. Uhr. Dunkelheit herrscht über der Wüste. Ein klarer Sternenhimmel liegt über den Dünen des Grand Erg und über dem aufwändig präparierten Außencamp. Die Kulisse könnte nicht friedlicher sein. Doch der Schein trügt. Denn der Sand hat heute nur fünf Teams wieder ausgespuckt. Der Rest der 23 Sandritte muss mitten in der Wüste übernachten. Den ganzen Tag lang haben sie sich Hügel für Hügel durch den Sand gekämpft. Schon früh am Morgen hieß es für die ersten: Schaufeln, Schaufeln, Schaufeln. Selbst geheime Favoriten, wie die Kastners in ihrem Toyota HZJ mussten sich im Kampf um Traktion unter den Rädern geschlagen geben. An der Technik scheint es kaum zu liegen. Schließlich hat auch das schwarze 8x8-Ungetüm von Ralf Britz zunächst seine Probleme mit dem gewaltigen Dünengürtel. Der kommt am Ende aber pünktlich ins Ziel. Genau wie Ulrich Müller mit seinem Defender-Umbau, obwohl er mitten im Gewühl plötzlich seinen Kühlerschlauch verliert und seinen gesamten Wasservorrat für die Motorkühlung opfern musste. Dabei hatte er zu diesem Zeitpunkt noch mehr als 100 Dünen-Kilometer in voller Hitze vor sich. Klare kalte Nacht Die Übernachtungsplätze im Dünenfeld also fast ausgebucht. Alleine sind die Teams dabei allerdings nicht, denn zwei Orga- und ein Ärzteteam haben die Teilnehmer in zwei Gruppen eingesammlt. Dennoch ist die Nacht unterm Sternenhimmel nicht ganz so romantisch, wie es sich anhört. In den Fahrzeugen ist nur spärlich Platz, um Luxusgüter wie Zelt, Schlafsack oder gar Isomatte unterzubringen. Das Essen zudem spärlich.Zudem werden nur 12 der festsitzenden Teams die Etappe am frühen morgen fortsetzen und haben zudem die Möglichkeit, wenn sie rechtzeitig am Start erscheinen, mit in die fünfte Etappe zu starten. Die restlichen Sechs müssen dagegen wegen Fahrzeugschäden geborgen werden. Erschöpft aber glücklich Den schnellsten Ritt durch die Dünenkette legte am Ende das Team Britz hin. Mit ihrem KAT waren sie trotz aufwendigen Hilfeinsätzen im Sand nicht zu schlagen. „Ja, wir haben zwei Mal ein Fahrzeug herausgezogen und drei Mal mussten wir bei uns freischaufeln, konnten dann aber schnell weiterfahren. Der KAT ist einfach super,“ schwärmt Navigatorin Jutta Britz. Platz zwei ging an die Sieger vom Vortag. Fahrer Martin Geis, der die gleiche Etappe vor drei Jahren gewonnen hatte, und damals drei Stunden schneller unterwegs war, konnte sich keinen Reim darauf machen, wo die Zeit verloren ging: „So viel anders war es auch nicht.“ Aber offensichtlich doch - „der Sand war wohl weicher“, sagt Orga-Chef Jörg Russler. „Es gab einen Punkt auf der Strecke an dem sich viele einen technischen Schaden geholt hatten, da war der Sand wohl besonders bescheiden.“ Die Tagesdritten Christian Mühlbach/ Thomas Bergler hatten nach seinem Kurzauftritt bei Etappe zwei gezeigt, dass er den Wettbewerb noch nicht abgeschrieben hat. Richtig glücklich war dagegen Sabine Merz, dass sie das Ziel – immerhin als Vierte - überhaupt erreicht hatten. „Der Trip war zwar heftig, aber im Nachhinein hat es doch Spaß gemacht.“ Platz fünf ging an Uli Müller, der 2012 „unbedingt noch mindestens einen Tagessieg einfahren will.“ Süß-Sauer Die Zitrone des Tages geht heute an das Mädchen-Team im VW Golf II Country. Ihr grünes Baby wurde von der Grauen Eminenz – dem Unimog von Klaus Malzer – etwas heftig durch die Dünen geschleppt. Schlecht für den Bullenfänger, der sich nach Düne drei verabschiedete. Blieb am Ende nur die Rückwärtsbergung durchs Wellenmeer. Den sauersten Geschmack des Tages kosteten heute also Simone Kamin und Heike Elfenthal. Nachtrag Bergung: Von den 18 im Grand Erg gestrandeten Teams ist auch am Donnerstagmorgen noch nichts zu sehen. Doch die Rennleitung hat alles unter Kontrolle, kennt von jedem Einzelnen die genauen GPS-Koordinaten. Die Satelliten-Telefonindustrie wird sich freuen, denn die Drähte liefen heiss in der Nacht. Wie Nadeln im Heuhaufen sind die havarierten Teams in der Wüste verstreut. Jetzt beginnt die größte Bergungsaktion in der Geschichte der Rallye Grand Erg. Alle Kräfte werden in Bewegung gesetzt. Sogar der hämmernde Lärm eines Militärhubschraubers ertönt über dem Camp. Eagle 1 und Eagle 2 unterstützen uns aus der Luft, sagt Rennleiter Jörg Russler mit heiserer Stimme. Wir werden jeden einzelnen ins Camp holen. Wer bis um zwölf hier ist, wird dann zur nächsten Wertungsprüfung an den Start eines Rundkurses gehen. |
| Grobi | Geschrieben am: 29.04.2012 10:44 |
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Re: Rallye Grand Erg 2012 Ein Tag Zwangspause
Reparaturzeit für die Fahrzeuge, Regeneration für die im Sand gestrandeten Fahrer. Nach einem Tag Pause in Douz, soll die Rallye morgen schließlich weiter gehen. Dafür müssen die Teams allerdings wieder ins Außencamp nach Zmela. Zwei Stunden Fahrt. Doch die Wunden an den Autos sind erfolgreich verbunden. Der Empfang im Camp Zmela ist fast so stürmisch wie die gestrige Abfahrt aus Tembaine, denn auch hier wirbelt der Sand kräftig durch die Luft. Am Abend herrscht wieder reges Treiben im Beduinen-Lager. Immerhin gibt es Entwarnung von den Teilnehmern. Fast alle sind nach zwei Nächten im Außenlager endlich wieder aus den Dünen heraus. Noch nicht im Camp angkommen ist das Team Hudribusch (107), das aber wieder auf eigener Achse fährt. Und die Bergefahrzeuge eins und zwei haben Kasten (102) und Becker (207) aufgeladen. Die Teilnehmer Britz (401) und Berlit (405) bergen mit ihren KAT-Fahrzeugen noch Wurmbrand (100) und Oberberger (105). Bis zum morgigen Start ab 10.00 Uhr wollen dann alle wieder vollzählig sein. Tag 5: 26. April Es ist fünf vor zwölf am Mittag. Gleich ertönt der nach hinten verschobene Startschuss für die fünfte Etappe der Grand Erg. Doch seit der Nacht ist noch niemand von den gestern im Dünenmeer verschollenen Teilnehmern im Außencamp angekommen. Nur die fünf Teams, die das Ziel erreichten, rollen nun zur Hüpfburg dem legendären Startertor der Rallye. Doch was ist das? Eine Staubwolke erscheint am Horizont. Ein Teilnehmerfahrzeug. Schnell kommt es näher. Und die gelbe Plane auf der Ladefläche identifiziert das Wunder schon von weitem. Es sind die Kastners in ihrem HZJ Toyota. Der Jubel im Camp ist groß, als die beiden österreicher eine Minute vor Start direkt zur Rennleitung rollen. Die beiden haben tatsächlich die Nacht ohne Zelt in der Wüste geschlafen. Als Rallye-Boss Jörg Russler den beiden völlig versandeten Wüstenfüchsen erklärt, dass die heutige Etappe wegen der Massenbergung auf etwa 60 Schotterpisten-Kilometer verkürzt wurde, ist fast so etwas wie Enttäuschung in ihren Augen zu sehen. Da langweilen wir uns ja, erklärt der Junior mit einem Schmunzeln auf dem Gesicht. Kurz durchgeatmet, den Dieselvorrat aufgefüllt, und schon geht`s zum Start. Der Sand von gestern haftet noch von gestern in ihren Augenwinkeln. Doch diese beiden Vollblüter stört das nicht. Ebenso wenig, dass sich das Lüfterrad ihres Wasser-Kühlers verabschiedet hat. In der Nacht haben sie prompt das Gebläse vom Ölkühler abgeschraubt und per Kabelbinder am Grill befestigt. Funktioniert erstaunlich gut, meint Georg Kastner Senior. Dann düsen die beiden ab in die Wüste. Kurz vor Ende des Startfensters um 13.30 Uhr, tauchen dann tatsächlich noch der Ford Maverick von Paolo Fantini und der Pajero von Tobias Teichmann aus den Dünen auf. Sieben Minuten noch, brüllt Jörg Russler und rennt ihnen mit den neuen Roadbooks entgegen. Und tatsächlich: Statt sich von der Strapaze und dem improvisierten Notnachtlager zu erholen, gehen beide auch noch für diese Etappe an den Start. Kurze Routenbeschreibung vor den Autos im Sand. Dann verschwinden sie wieder als Staubwolke am Horizont. Staub gibt es für die Zurückgebliebenen am Nachmittag genug. Immer heftiger werden die Böhen, immer stärker bläst der Wind den Sand ins Lager und schmirgelt vor allem an den Nerven der Orga und der Technik der Rennleitung. Kochen, Reparieren, Organisieren? Unter diesen Wetterbedingungen unmöglich. Eine gute Stunde vor Sonnenuntergang dann die Entscheidung. Unglücklich tritt Jörg Russler vor die Menge: Aufgrund der schwierigen Bergungssituation, der unangenehmen Wetterlage und der wenigen Teams wird die morgige Etappe von Tembaine nach Zmela abgesagt. Ein Raunen. Wer will, kann zum Wundenlecken ins Hotel Touareg nach Douz zurück. |
| Grobi | Geschrieben am: 30.04.2012 07:47 |
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Re: Rallye Grand Erg 2012 Tag 07, 28.04.2012:
RUNDUMSCHLAG !!! ... und zwar rund ums Camp Zmela: Nach der gestrigen, etwas kürzeren Etappe geht`s heute wieder so richtig zur Sache: 213 km Spezialetappe rund um Zmela. Auch ist heute eigentlich der erste, halbwegs sand-freie Tag, dafür wird's die Navigation in sich haben. Laut Ankündigung beim Briefing sehr wenig GPS-Koordinaten, dafür umso mehr Roadbook-Bilder ("Da kann der GPS-Pfeil auch gerne mal nach hinten zeigen" Zitat J.R.) und die Checkpoints wie immer vorher nicht bekannt, um die Teilnehmer an ihrem Trip-Master festzunageln. Die Strecken selbst werden ein bunter Mix aus allem, was Tunesien ausser Sand zu bieten hat: harte Trial-Passagen, wendige Slalompisten, freies Fahren über weite Ebenen, Waschbrettpisten und viel Staub. Highspeed ebenso wie Rock-Crawling, anspruchsvoll für Fahrer, Navigator und Fahrzeug. Das erste Wertungsfahrzeug startet um 09:00, die schnellsten Finisher werden gegen 14:00 erwartet, mal sehen, ob das klappt … Nach den verlorenen Wertungstagen sind heute immerhin wieder 19 Teams am Start: „Eine sehr Materialintensive Etappe,“ sagt Michael Braun vom Team Teichmann. „Der Russi (Orgachef) hat 90 Prozent der Löcher im Roadbook verzeichnet aber die 10 Prozent die dann unverhofft kommen zehren am Material.“ Und tatsächlich präsentiert sich das schöne Flachland als extrem schroffe Mondlandschaft. In der fühlte sich Ernst Rübsam am wohlsten. Er fährt endlich einmal einen Tagessieg ein. Bislang hat er viel am Fahrzeug geschraubt, dafür war er aber wenig auf der Piste zu finden. Für seine Beifahrerin Carmen ist der Grand-Erg-Einsatz eine Premiere. Und gleich navigiert sie das Team zum Tagessieg. „Total geil. Erstes Mal navigiert. Ernst fährt schnell aber super sicher,“ erklärt sie. „Wir sind nur zwei Mal duchs Gemüse gepflügt. Das Roadbook war heute besonders schwer, da kann schon mal ein Abzweig verloren gehen.“ Doch schon wieder hat ihr Jeep Grand Cherokee Probleme. „Der Panhardstab hat sich verabschiedet,“ meint Ernst. „Die letzten 30 Kilometer konnten wir nicht richtig geradeaus fahren, sind nur rumgeeiert.“ Am Ende hat´s aber gereicht. Auch Martin Kern´s Navigator Martin Geis (heute Dritte) betont den Schwierigkeitsgrad: „Sehr anstrengend für den Navigator. In den Dünen kann ich meinem Fahrer eine Punkt in ein paar hundert Metern Entfernung angeben, hier muss ich sooft schnell hintereinander Richtungsänderungen oder Informationen zur Strecke weitergeben.„ Der Ökopreis geht währenddessen an das Team Seib. Olaf und Alexandra genossen in ihrem 90er Defender einen Großteil der sonnigen Tagestour am Bergegurt hinter dem Unimog von Walter „Watson“ Schneider. Gut lief es hingegen für die Kastners, die als zweitschnellste ins Ziel kommen. „Die Tour hat echt Spaß gemacht“, meint der Junior am Steuer. „Wir wurden ganz schön durchgeschüttelt.“ „Für meine Verhältnisse war ein bisschen wenig Sand auf der Etappe,“ sagt der Senior. Die Rookies in der Gruppe, Sebastian Billinger und Philipp Klopf, hatten da heute weniger Spaß. Auf dem Mörderschotter platzten ihnen gleichzeitig die beiden hinteren Reifen. Blöd – weil sie nur ein Ersatzrad mit auf die Etappe genommen haben. Also im Gänsemarsch zurück ins Camp Zmela – und ständig wieder Aufpumpen. „Außerdem haben wir irgendwo einen Helm vergessen. Wir werden gleich nochmal rausfahren und ihn suchen.“ Dafür gibt´s nun wirklich verdient die Zitrone des Tages. Das Team Tarzahn musste gleich nach dem Start wieder den Rückweg antreten. Ihr Mechaniker hat das weiße Handtuch für diese Ausgabe der Grand Erg geworfen. „Bis Douz können wir noch rollen – eine Rallye ist mit dem Motor nicht mehr möglich.“ Die Stimmung ist entsprechend angespannt. Aufmuntern kann sich die Mannschaft aber beim zünftigen Abendprogramm im Camp Zmela. Gegessen wird draußen, Kamele umkreisen das Feuer und Tanzerinnen stimmen den Tross der Grand Erg auf die wirklich letzte Nacht |
| Grobi | Geschrieben am: 30.04.2012 07:48 |
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Re: Rallye Grand Erg 2012 Tag 08, 29.04.2012:
AUF NACH DOUZ (SCHON WIEDER SAND) Nachdem mit der gestrigen Etappe die gesamte Bandbreite der Speisekarte Tunesischen Offroad-Vergnügens auf dem Tisch liegt, werden wir heute mal ein Menü aus allen möglichen Gängen servieren: Auf dem Weg vom Camp Zmela zurück nach Douz mit insgesamt guten 100 km Spezialetappe ist zunächst der hohe Dünenriegel, der ganz Süd-Tunesien von Norden her durchschneidet zu überwinden. Danach schliesst sich eine Dünenpassage mit reichlich Grün an (Rallyeleiter Joerg Russler "Man kommt sich eher vor wie bei Daktari als in Tunesien, total schräge Landschaft: Grosse Dünen mit Haus-hohen Büschen und Bäumen. Man rechnet irgendwie ständig damit, dass plötzlich ein Elefant im Weg steht. Abgefahren !"). Dann gibts ein Bisschen harte Pisten und tricky Navigation und danach fahren wir wieder ´mal von Ksar Ghilane fast Luftlinie nach Douz, durch die geht-nicht-Dünen von Tag 3, wenn auch um ein paar Kilometer in Richtung schwieriger versetzt. Zum Schluss nochmal reichlich Highspeed-Pisten, teils mehrspurig, so dass sich bestimmt ein paar interessante Kopf-an-Kopf-Rennen ergeben und das Finish nach den letzten Sabria-weissen Weichsand- Dünen dann im Kamelstadion zu Douz. Wir freuen uns auf die Ziel-Bratwurst ! |
| Grobi | Geschrieben am: 01.05.2012 08:32 |
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Re: Rallye Grand Erg 2012 Tag 09, 30.04.2012:
RUNDSTRECKEN-RENNEN, BAJA-STYLE !!! Beim letzten Strecken-Check im Februar hatte sich gezeigt, dass die ursprünglich geplanten zwei letzten Etappen von Douz über Gafsa nach Nabeul doch nicht mehr so problemlos zu befahren sind, wie ursprünglich gescoutet, so dass die Rallyeleitung spontan einen alten Vorschlag aus Teilnehmer- Kreisen aufgriff: "Macht doch mal ´nen Rundkurs, der mehrmals am Stück zu fahren ist, quasi ein Offroad-Rundstreckenrennen ..." So sei es: 3 Runden á 70 km macht in Summe 210 km Spezialetappe. Start, Durchfahrt und Ziel sind wieder im Kamelstadion in Douz. (Wenn sich schon so eine einmalige Kulisse mit Grand-Prix-artiger Tribüne bietet, dann sollte man sie auch nutzen, zumal sich für heute das Tunesische Fernsehen angekündigt hat). Das Terrain mal wieder bunt gemischt: ca. 30% kleine Zickzack- Pisten mit tricky Navigation, ca. 50% Highspeed und ca. 20% Sand. Weiteres, internes Highlight am Rande: Nachdem der Rundkurs Orga- mässig relativ überschaubar abzusichern ist, bietet sich heute die beste Gelegenheit, diverse medizinische Spenden (Brutkästen, Notaufnahme-Equipment, etc.), die von den Rallye-Ärzten und einigen Orga-Mitgliedern organisiert wurden, ans Krankenhaus in Kebili zu übergeben. Neunter Tag – die Stimmung im Fahrerlager ist nach den Unwegbarkeiten der letzten Tage wieder deutlich entspannter. Die Motivation auch bei der vorletzten Etappe hoch. Denn im Kampf um den Gesamtsieg ist noch nichts entschieden. Mit ihrem MAN KAT haben die Britzens bislang ein rasantes Rennen geliefert und die Hand am Siegerpokal. Auch Geis/Kern und Kastner/Kastner liegen gut im Klassement. Der Tag könnte also die Vorentscheidung bringen. Als erstes Team rollen die Sieger vom Vortag - Mühlbach/Bergler in ihrem Nissan zum Kamelstadion von Douz. Dort wurden bereits Start und Ziel für drei mal 70 Kilometer aufgebaut. Doch in der zweiten Runde zerstieben die Hoffnungen auf einen weiteren Tagessieg. Ein Achsquerlenker hat die Strapazen nicht überstanden und kostet viel Materialkreativität und Reparaturzeit. Auch Britzens müssen sich geschlagen geben. Nach Problemen mit dem Motor, der nur noch auf Vollgas läuft, ist das Rennen für Jutta und Ralf vorzeitig gelaufen. Die erfolgreichste Strategie haben Geis und Kern ausgepackt. Sie rauschen nach vier Stunden und drei anstrengenden Runden als strahlende Sieger durchs Ziel. Das Gefühl: „Super.“ Der Rundkurs fordert jedoch seinen Tribut. Navigator Martin Geis bringt die Herausforderung des Tages auf den Punkt: „Hab ein bisschen Drehwurm, ich komm mir als Navigator vor, wie eine Schallplatte die einen Sprung hat. Es ist wie eine tibetanische Gebetsmühle, in der man immer wieder die gleichen Texte wiederholt.“ Das Anstrengende dabei „du wirst ja immer schneller pro Runde, weil du die Strecke kennst. Deshalb sind wir jetzt schon ein wenig ausgelaugt.“ Überraschend schiebt sich das Team Oberberger/Grabatsch auf Platz zwei. Sie haben nach drei verlorenen Tagen im Sand endlich wieder ein Erfolgserlebnis mit ihrem Defender. „Auto hat gehalten, endlich mal wieder fahren“, erzählt Holger Grabatsch mit einem breiten Grinsen. „Super gefahren, Navigation hat gepasst, ein super Tag.“ Ohne Probleme jagten Kastner/Kastner ihren Toyota über die Piste und durch die Dünen: „Sehr holprige Strecke aber mit Gegenwind was für unseren Kühler gut ist. Wunderschön diese schnellen Pisten. Und durch die Dünen haben wir einen wunderbaren Weg gefunden, bei dem man nicht stecken bleibt, „ schwärmt Georg Kastner Junior und erzählt mit einem verschmitzten Grinsen. „In der zweiten Runde hat mein Vater gesagt: „Schau, da ist einer gfahrn der hat sich auskennt.“ Auf dem GPS hab ich dann gesehn, dass es unser Track war.“ Mit diesem Ritt sind sie in der Gesamtwertung auf Platz zwei hinter Kern/Geis gerutscht. Visite vom General der tunesischen Armee Während wir uns durch die tunesische Landschaft bewegen, werden wir sicht- und unsichtbar von Militärfahrzeugen begleitet. Auch ein Hubschrauber zieht regelmäßig seine Runden. Keine Überwachung versichert uns ein General der tunesischen Armee höchstpersönlich. Der machte heute nämlich eine Stippvisite im Kamelstadion, um nach dem gesamten Rallye-Team zu sehen. „Ich wollte mich erkundigen wie es Ihnen geht. Wir sorgen für die Sicherheit und hoffen, dass alles gut ist.“ Kleine Grand Aid 2012 Nebenbei besuchte ein Ärzteteam der Grand Erg – rund um Christian Demmelmair und Birgit Lehnhardt - das Krankenhaus von Kebili. Für einen guten Zweck wurden drei Brutkästen, ein Rollstuhl, ein Defibrillator, zwei Warmluftgeräte für Patienten und medizinisches Verbrauchsmaterial übergeben. Die Medizin-Technik stammt aus Spenden der Offroad Medic Crew GmbH in Deutschland. Das Krankenhaus in Kebili hält zwar einen guten medizinischen Standard, wird die Geschenke aber sicher nutzen. „Die Freude der tunesischen Kollegen war jedenfalls groß,“ meint OMC-Geschäftsführer Christian Demmelmair. |
| Grobi | Geschrieben am: 02.05.2012 14:25 |
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Re: Rallye Grand Erg 2012 Nachtrag - Zitrone von Montag:
Im Kamelstadion von Douz wollten es nach Feierabend noch einmal alle wissen und ließen die Boliden ordentlich durch den Rundkurs fliegen. Auch Tobias Teichmann legte mit seinem temporären Hecktriebler anständige Drifts hin. Doch bei einem Wendemanöver vor den zahlreichen Zuschauern kippt sein Pajero auf die Seite und schrammt haarscharf an einem Überschlag vorbei. Das wäre peinlich geworden. Doch so geht er als lässigster Drifter in die Geschichte der Grand Erg ein – allerdings mit Zitrone in der Wertung. Letzter Tag – die Entscheidung Die Ambitionen für den letzten Tag sind bei den Teams unterschiedlich. Während die einen relativ gemütlich zum Zieleinlauf und dann 350 Kilometer weiter nach Nabeul rollen wollen, nehmen es die anderen noch ein mal richtig ernst. So schließt Mitsubishi-Pilot Tobias Teichmann schon wenige Kilometer nach dem Start auf den Toyota HZJ der Kastners auf. Trotz Heckantrieb. Doch ein Überholen neben der festen Spur auf dem Salzsee ist hier unmöglich. Als die ersten Felsen den Weg säumen, zieht der rote Pajero vorbei. Spektakulärer Auftakt für den Tagessieg. Tobias Teichmann (111) strahlt: „Es war eine der geilsten Etappen. Superschnell, hat Spaß gemacht. Die Rallye insgesamt war sehr anstrengend. Die letzten drei Tage waren für uns extrem spannend, weil wir nur noch Heckantrieb und keinen Allrad mehr hatten. Eine absolute Herausforderung. Deshalb sind wir stolz, dass wir uns so gut durchgemogelt haben. Mit der zweitschnellsten Zeit wurde das Team Seip gestoppt: „Es war schön zu fahren heute. Schön schnell. Wir hatten leider ein paar LKW's vor uns im Schott, da konnten wir nicht wirklich vorbei. Aber sonst war's super“, erzählt Olaf Seip. Die schnellen Etappen liegen den Seip's „Da können wir das Ganze besser ausschöpfen.“ Auf der letzten Strecke noch einmal ganz vorne zu liegen ist einfach nur „schön“. Schön fand auch Alexander Oberberger (105) die gute Zeileinfahrt. "Ich denke wir sind mittlerweile so weit, dass am Auto alles hält. Wir hatten ja Probleme mit der Vorderachsaufhängung, haben vorgestern noch mal ordentlich repariert. Das Setup ist im Moment ganz gut, das Auto ist super toll gefahren. Wir hatten ja vier oder fünf Tage an denen wir nicht gefahren sind." Der Plan für heute: "Wir wollten einfach in der Tageswertung relativ weit nach vorne fahren. Es war sehr schön, viel erlebt, wir waren ja drei Tage draußen, das Auto hat fünf Tage gebraucht bis es wieder zurück war. Gestern Zweiter und heute - supergeil. War toll." Teamkollege Holger Grabatsch sieht das Finale mit einem lachenden und einem weinenden Auge: "Hat Spaß gemacht. Allerdings ziemlich anstrengend, weil es eine anspruchsvolle Piste war. Eine schnelle Bildfolge im Roadbook ist eigentlich unser Ding. Der Blick auf die Tabelle tut am Ende allerdings weh." Gesamtsieg: Kern/Geis machen das Rennen Von all dem unbeeindruckt bleiben die Gesamt-Führenden Martin Kern und Martin Geis. "Heute haben wir ein bisschen Gas rausgenommen, wir waren ja gestern schon ganz gut mit dabei - mit Zeitvorsprung - da wollten wir natürlich das Auto nicht kaputtfahren und es möglichst sicher ins Ziel bringen." Eine Spazierfahrt ist die letzte Etappe dennoch nicht: "Man musste schon ziemlich aufpassen, der Russi hat ja die ganzen Ausrufezeichen nicht umsonst ins Roadbook reingemalt." Auch Navigator Geis ist begeistert: "War vor allem bei den ausgewaschenen Gräben noch mal ordentlich anspruchsvoll." Der Vorsprung vor den Kästners hat am Ende gereicht. Damit dürfen sich die beiden sympathischen Schwaben tatsächlich über den Gesamtsieg der Rallye Grand Erg 2012 freuen. Glückwunsch - auch von den anderen Teilnehmern, die die beiden bei der Ankunft im Club Aldiana standesgemäß empfangen. Für den Piloten kommt der Sieg immerhin nicht ganz überraschend: "Ganz am Anfang haben wir nicht damit gerechnet. Als wir in Genua durch den Hafen gelaufen sind und die ganzen Autos gesehen haben, die hier mit antreten, waren wir ziemlich beeindruckt. Im Verlauf der Rallye war zumindest ein Platz unter den ersten Drei realistisch. Erst nach dem Dünentag war aber auch der Sieg in greifbarer Nähe." Und das Rezept zum Erfolg gibt Martin Geis sogar noch preis: "Die Taktik der Ruhe und Gelassenheit haben wir nie aufgegeben. Und wichtig: Die Stimmung im Cockpit ist immer gut." Als Zweitschnellste rollen die Kästners ins Ziel - Vater und Sohn sind nicht nur im Auto ein eingespieltes Team: „Wir waren heute nicht schneller, wir waren nur Gscheiter“, lacht der Senior und übergibt an den Junior. „Weil ich so einen perfekten Navigator hab, mussten wir nicht lange schaun. Heute war es sehr entspannt. Landschaftlich sehr schön, wir hatten endlich mal Zeit zum genießen." Die Taktik fürs Finale ist jedenfalls aufgegangen: "Ein bisserl langsamer sind wir schon gefahren, man will ja am letzen Tag nicht alles kaputt machen. Na wir wollten den zweiten Platz natürlich nicht verlieren. Jetzt feiern wir und laden heute im Aldiana alle ein." Haha - es gibt ja schließlich Freibier. Nicht mehr ganz fit, dafür aber auf dem gesamt-dritten Rang überrollen die Britzen´s in ihrem 8x8-KAT die Ziellinie - im Schlepptau hinter dem Unimog von Walter Schneider. "Der sollte echt den Fairness-Preis gewinnen, so viele Autos, wie er rausgeholt hat. Wegen uns musste er die ganze Zeit im kleinsten Gang fahren. Wir hatten nach dem gestrigen Schaden an der Einspritzpumpe nur Vollgas oder gar nichts - 18 Kilometer vor dem Ziel versagte dann die Kupplung. Nur wegen Watson haben wir am Ende das Ziel erreicht", lobte Ralf. Genug gelobt, jetzt wird gefeiert. Die Rallye Grand Erg 2012 ist damit beendet. Das war meine Berichterstattung über die GE 2012. Leider war es mir nicht möglich hier Bilder einzustellen, was für ein altes Forum!!!!! Wenn jemand die komplette Berichterstattung mit Bildern sehen will geht er am besten auf die HP der GE (oben ist ein link) oder auf Buschtaxi.de/Veranstaltungen. Ich wünsche jetzt allen Rallyeteilnehmern noch eine gute Heimreise. Grobi |
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