Mercedes-Benz G 500

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Mercedes G 500: DAS FLAGGSCHIFF

Der Mercedes G 500 war und ist das Aushängeschild der Stuttgarter Autobauer. Auch in der neuesten Generation W464, bei der so vieles anders ist. Kaum eine bauliche Veränderung und eine verschwundene Starrachse haben in der Geschichte der Allradfahrzeuge die Gemüter jemals so erhitzt. Wir nehmen uns Zeit und Platz – und den neuen G mal richtig unter die Lupe.

Wir sind mittlerweile in der Realität angekommen: Der G ist nach 39 Jahren ein neu konzipiertes Fahrzeug geworden. Der legendäre Look wurde übernommen, die neuen Außenmaße durch weicher gezeichnete Rundungen am Heck realisiert. In der Breite legte der Benz 17 Zentimeter zu, in der Länge um 15,5 cm – dies zog auch einen um 50 mm gewachsenen Radstand nach sich. Die Gesamtproportionen wurden im Design angepasst, so dass die Optik, trotz der Breite, nicht allzu massig wirkt. Läuft man ein paar Mal um das neue Flaggschiff herum, kann man diesen optischen Eindruck durchaus bestätigen.

Verstärkt wird die Reminiszenz an den Vorgänger durch das Design der Fenster in den eigentlich stark veränderten Türen zwischen den breiter gewordenen B- und C-Säulen. Der Reserverad­träger an der breiteren Hecktür und die vorderen Blinker vervollständigen das Bild. Letztere sind stark gewachsen und in der neuen Variante nicht mehr rechteckig, sondern rautenförmig. Die Designer haben sich bewusst diese Details herausgepickt, da sie die Haupterkennungsmerkmale des ikonischen G-Looks darstellen.



Die Frontpartie zeichnet einen stärker zu den Kotflügeln verlaufenden Winkel, die LED-Scheinwerfer ­sitzen nun viel weiter hinter der runder verlaufenden Kühlermaske. Dies verändert den Blick des G ein wenig, wenn man ihm direkt ins Antlitz schaut. Die proportional dazu gewachsene Motorhaube löst optisch dann aber wieder den gewünschten Wiedererkennungseffekt im Betrachter aus.

Der Innenraum

Hier zeigt sich am deutlichsten die Veränderung zu dem Vorgänger.Die neuen Dimensionen schaffen natürlich großzügigere Platzverhältnisse für die Insassen. Es gibt nach 39 Jahren endlich eine richtige Ablagemöglichkeit in den Türen. Auf der Rücksitzbank profitiert man als Passagier von dem Zuwachs an Länge sowie Breite am meisten. Dort sind es 15 cm mehr Freiheit zu den Vordersitzen und 6 cm mehr Platz für die Ellenbogen.


Das Dashboard wurde für den G komplett neu gestaltet, um die beiden 12-Zoll-Monitore für die Instrumentafel und Navi/Konnektivität unterzubringen, wie es in anderen Baureihen bereits üblich ist. Die Materialien und die Verarbeitung sind in dieser Preisklasse natürlich top, die Designo-Sitze perfekt verarbeitet und gestaltet. Das Cockpit wirkt allerdings durch die an die Außenbeleuchtung erinnernden Luftausströmer und die Hochtöner im Blinker-Look dabei etwas zu verspielt für ein Fahrzeug im sechsstelligen Preissegment – Aluminium und Holz-Intarsien hin oder her. Trotzdem fühlt man sich auf Anhieb wohl und genießt es, fast einen Meter über den Dingen zu thronen. Der Ausblick und die perfekte Übersicht entschädigen den Fahrer sofort völlig. Und man hat ja noch den vertrauten Blick auf die drei magischen Sperren­betätigungsschalter.

Ran an die Technik

Das heiße V8-Herz des G ist neu entwickelt, leistet mit Biturbo-Power 422 PS und liefert 610 Nm Drehmoment ab 2000 Umdrehungen. Gute Effizienz bei maximaler Kraftentfaltung soll durch mehrere Faktoren erreicht werden: Die Laufbuchsen der acht Zylinder sind mit Nanoslide-Beschichtung versehen für eine Verringerung der Reibung, eine Zylinderabschaltung im Teillastbereich von 800 - 3250 Umdrehungen dank variabler Ventilverstellung und die um 180 Grad gedrehten Zylinderköpfe des „heißen V“ (Auslass liegt innen) sollen das Ansprechverhalten verbessern. Diese Power wird beim W464 auf eine neue, speziell für seine Bedürfnisse konstruierte 9-Gang-Wandlerautomatik übertragen (9G-Tronic). Diese wurde bewusst so konfiguriert, dass sie durch eine große Spreizung bei niedrigen Drehzahlen für ein angenehmes Cruisen sorgt und bei Bedarf durch verbesserte Mechanik für Druck beim Zwischenspurt.

Das neue Verteilergetriebe bevorzugt im Straßenbetrieb die Hinterachse (v/h: 40:60) und erzeugt ein besseres Fahrverhalten auf der Straße. Das Fahrwerk ist serienmäßig mit Stahlfederung und frequenzselektivem, passivem Dämpfungsystem ausgestattet, optional ist ein adaptives Fahrwerk zu ordern. Die Lenkung ist im neuen Geländewagen elektromechanisch und ein echter Quantensprung. Mit all den genannten Neuerungen ist es natürlich wenig verwunderlich, dass der G sich auf der Straße komplett anders verhält als sein Vorgänger.


Fahrbahnkontakt

Breite und Länge, gepaart mit der Einzelradaufhängung vorne und der neuen Lenkung lassen ein Kurvenfahrverhalten zu, wie man es sich nicht besser ausmalen könnte. Übertroffen werden diese zugegeben erwartet positiven Eindrücke nur von der Agilität des kraftvollen V8 im Zusammenspiel mit der 9G-Tronic. Hier verspricht Mercedes definitiv nicht zu viel. Ruhiges, stressfreies Cruisen mit sonor wummerndem Motor kann sich per Kickdown innerhalb kürzester Zeit in ein echtes Gewitter und einen sagenhaften Vortrieb verwandeln.
Dann zeigt das neue Herz, was in ihm steckt, und be­fördert den 2,4-Tonnen-Schrank in 5,9 Sekunden auf 100 km/h. ­Zwischenspurte laufen analog und gleichermaßen eindrucksvoll ab.

Der neue G 500 ist mit der beste und sicherste G für die Straße, das steht schnell fest und außer Frage. Luxus, Qualität und Fahrspaß, wie man es sich erträumt. Aber was uns natürlich viel brennender interessiert: Wie schlägt sich der Neue in echtem Gelände? Wir sind mal gespannt ... ? 

 



T | Dr. Björn Schulz
F | Markus Kehl

Fortsetzung in Ausgabe 12/18


Lesen Sie den gesamten Bericht auch in Ausgabe 11/18 der OFF ROAD:

OFF ROAD Ausgabe 11/18
Erstverkaufstag: 09.10.2018

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